Terrassenüberdachung Neigung

Welche Rolle spielt eigentlich die Neigung für Ihre Terrassenüberdachung? Schließlich handelt es sich beim Terrassendach um einen Massiven Gartenbau. Von diesem erwarten Sie, dass er Sie vor Wetter und gegebenenfalls auch vor Sonne schützt, aber können Sie diesen auch durch das richtige Gefälle schützen? Sie haben richtig gelesen, die Terrassenüberdachung-Neigung entscheidet darüber, wie lange Sie etwas von Ihrem gemütlichen Ruheort haben.

Mit den folgenden Empfehlungen wird die Entscheidung für das richtige Dachgefälle, auch unter dem Wort Steilheit bekannt, ganz leicht. Sollten Sie dennoch Schwierigkeiten bei der Planung haben, helfen Ihnen unsere Experten gerne mit einem ganzheitlichen Lösungsweg weiter.

Wie viel Neigung sollte eine Terrassenüberdachung haben?

Neigung der Terrassenüberdachung ist ein wichtiger Faktor, um den Schutz vor Regen, Schneelasten, aber auch vor Sonne zu bestimmen. Ist das Dachgefälle zu flach, könnten dadurch Gefahren für die Überdachung selbst, aber auch für Ihre Gäste entstehen. Denn auch wenn die Eindeckung Ihrer Terrassenüberdachung aus Sicherheitsglas besteht, hat die gesamte Konstruktion gewisse Belastungsgrenzen. Die richtige Neigung zu bestimmen ist nicht nur sicherer, sondern erspart Ihnen einiges an Pflege. Läuft der Regen über die Eindeckung ab, reinigt sich das Dach selbst. Außerdem können Sie den Abfluss gut steuern, leicht in einer Regentonne auffangen und für Ihren Garten wiederverwenden.

Allgemeine Vorschriften durch das Bauwesen

Ohne den Selbstreinigungseffekt droht Ihrem Dach ein mikrobiologischer Bewuchs, sowohl durch Moos, aber auch an schwer zugänglichen Stellen mit Schimmel. Bei Holzkonstruktionen droht indes eine Vermoderung der tragenden Elemente, die Ihnen bei einer Reparatur teuer zu stehen kommen könnte. Je nachdem wie anfällig und belastbar die verwendeten Materialien sind, gelten andere Berechnungsgrundlagen für die Neigung des Terrassendachs. Umgekehrt bestimmt die gewählte Neigung die Materialien, die eingesetzt werden müssen, um die statischen Aspekte der Terrassenüberdachung zu unterstützen. Allgemein bestimmt auch das örtliche Bauamt, unter welchen Voraussetzungen eine Terrassenüberdachung gebaut werden darf. Sie sollten sich vor der Planung Ihres Bauvorhabens immer erst mit dieser Stelle auseinandersetzen, falls Sie bestimmte Genehmigungen benötigen oder bestimmte Vorschriften einhalten müssen.

Regeldachneigung, Mindestdachneigung und Steildach

Die Regeldachneigung wird zum einen vom verwendeten Baustoff bestimmt, ermöglicht aber auf jeden Fall immer, dass Wasser nicht auf der Eindeckung stehen bleibt oder schlimmer noch, auf Dauer in Holzelemente einsickert. Diese Sicherheit muss aber nicht immer durch eine Mindestdachneigung erreicht werden, sondern könnte zum Beispiel auch durch ein regenfestes Unterdach erfolgen. Die Mindestdachneigung als Regelneigung gilt also nur, wenn keine anderen Vorkehrungen getroffen sind.

Von steilen Dächern wird grundsätzlich abgeraten, da das Raumkonzept dadurch eingeschränkt wird und die Überdachung relativ weit oben am Wohnhaus zu befestigen ist, damit Sie darunter aufrecht stehen können. Vergleichbar ist dieser „Konstruktionsmakel“ mit einem Dachgeschoss, bei dem einige Quadratmeter für die Einrichtung unbrauchbar sein könnten. Zu Empfehlen, und gleichzeitig die beliebteste Überdachungsart für Terrassen hierzulande, sind Pultdächer. Diese eignen sich vor allem für angelehnte Terrassenüberdachungen mit optimaler Neigung. Ein Gefälle von 3° bis 5° ist dafür zu empfehlen.

Neigungswinkel für unterschiedliche Materialien

Während für viele Kunststoffeindeckungen eine Neigung des Terrassendachs von 5° bis teilweise 10° auf Herstellerseite empfohlen wird, reicht für Glasplatten, aufgrund der geringen Undichte bei optimaler Montur, in der Regel eine Mindestdachneigung von 5°. Aufgrund der chemischen Eigenschaften vieler Kunststoffe, könnte sich das Material dennoch auch bei guter Dichtung über die Jahre verfärben. In diesem Fall verschlechtert sich das Lichtangebot unter dem Terrassendach und eine aufwändige Wartung ist die Folge. Beachten Sie überdies, dass aufgrund von baurechtlichen Aspekten für nur Sicherheitsglas fachmännisch eingesetzt werden darf, wenn Sie sich für eine gläserne Eindeckung entscheiden. Dies gilt für so ziemlich alle Glasdächer, die Witterung und Sturm ausgesetzt sind, unabhängig von deren Gefälle.

Neigung eines Terrassendachs aus Holz und Metall

Natürliche Materialien wie Holz bieten selbst bei Versiegelung immer Öffnungen, wie in Verbindungsschlitzen, in denen sich Wasser absetzt und Frost bildet. Für einen optimalen Schutz ist die Neigung der Terrassenüberdachung an die Regen- oder Schneelast anzupassen.
Metallische Flächen sind gegenüber Witterung deutliche beständiger. Regen erzeugt jedoch ein unangenehmes und permanentes Schallen, dass sich durch die richtige Neigung kompensieren ließe. Lassen Sie sich dafür am besten von einem Experten beraten, der mit dem Nutzkonzept und mit den Materialien Ihrer Terrassenüberdachung vertraut ist.

Neigung der Terrassenüberdachung berechnen

Die Steilheit beziehungsweise das Gefälle Ihres Terrassendachs können Sie allgemein mit einfacher Schulmathematik berechnen. Dabei sind jedoch keine statischen und materialspezifischen Faktoren eingeschlossen.

Zunächst bestimmen Sie den Höhenunterschied der Dachseiten (an der Hauswand und zur Gartenseite – Dachfirst zu Dachtraufe) und teilen diesen durch die schräge Dachlänge. Am besten arbeiten Sie dafür mit Angaben in Zenti- oder Dezimetern, da es Ihnen im Umgang mit Nachkommastellen und dem Abmaß leichter fallen wird. Wenn Sie diese Formel umstellen erhalten Sie dann auch, bei vorgegebenen Neigungswerten für die Materialien, die optimale Länge und den Höhenunterschied der Dachseiten.

Ein 3 Meter langes Dach mit einem Höhenunterschied von 30 cm besitzt eine Neigung von 10 %.
30 / 300 = 0,1 (= 10 %)

Um die Winkelzahl herauszufinden, nehmen Sie Ihren Taschenrechner, drücken auf die Arkustangens-Taste (tan hoch -1 beziehungsweise bei modernen Schultaschenrechnern die Tasten SHIFT + tan) und geben den Prozentwert vollzahlig (nicht dezimal nach der Null) ein. Den aktuellen Wert teilen Sie dann durch 100. Für das Beispiel sollten Sie einen Winkel von ca. 5,71° erhalten.

Die Formel sieht mathematisch auch so aus:
(Winkel) α = arctan((30/300*100)/100)
α ≈ 5,71°