EnEV: Bestimmungen für Wohnwintergärten

EnEV: Bestimmungen für Wohnwintergärten

Energiebilanz im Wintergarten

Wintergärten sind nicht nur einzigartige Lebensräume, sondern auch äußerst wirksame Solaranlagen mit hoher Energiegewinnung, die den Heizbedarf der angrenzenden Räume drastisch senken können. Ist die Sonneneinstrahlung nur gering, muss ein Wintergarten allerdings stärker beheizt werden als Kompaktbauten, die durch massive Wände und Dächer die Wärme besser dämmen können. Wichtig ist, sich für die richtige Wintergarten Heizung und Wintergartenverglasung zu entscheiden, damit keine Wärmeverluste entstehen und der Wintergarten im Jahresmittel dennoch als Energiepuffer wirkt. Welche Anforderungen dabei gemäß Energieeinsparverordnung bei der Wintergartenplanung berücksichtigt werden müssen, erfahren Sie bei uns im Scarabäus Blog.

Keine EnEV Anforderungen

Wie bereits in unserem Blog-Beitrag „Energieeffizienz in Wintergärten“ beschrieben, wird bei der Energieeinsparverordnung zwischen Kalt- und Warmwintergärten unterschieden, d. h. nach der Nutzungsdauer und der maximalen Temperatur im Winter. Auch die Wintergartengröße ist ein maßgebliches Kriterium für die EnEV-Anforderungen. Nicht der EnEV unterliegen:

  • Nicht beheizte Wintergärten
  • Kaltwintergärten mit einer Nutzungsdauer von maximal 4 Monaten
  • Wintergärten mit einer Höchsttemperatur von 12° C im Winter
  • Wintergärten mit einer Nutzfläche kleiner 15 qm

Unabhängig von der Energieeinsparverordnung gilt es, den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2 einzuhalten. Eine Wärmeschutzverglasung und thermisch separierte Metallkonstruktionen sind unbedingt zu empfehlen, um Feuchtigkeits- und Kälteschäden zu vermeiden.

Ausnahme Wintergärten zwischen 15 qm und 50 qm

Ein Wintergarten mit einer Fläche zwischen 15 qm und 50 qm und einer Temperatur zwischen 12° C und 19° C ist kein klassischer Kaltwintergarten, aber auch kein Wohnwintergarten. Daher gelten für ihn laut EnEV besondere Anforderungen:

  • Glasdach: 2,7 W/m²K
  • Wände & Bodenplatte: keine Erfordernisse
  • lichtdurchlässige Seitenwände: 1,9 W/m²K
  • kompakte Außenwände: 0,35 W/m²K

Energieeinsparverordnung für Wohnwintergärten

Ganzjährig genutzte Wohnwintergärten gelten als Teil der äußeren Gebäudehülle und werden von der EnEV geregelt. Hier wird differenziert zwischen kleinen Wohnwintergärten mit einer Gesamtfläche zwischen 15 qm und 50 qm und großen Wohnwintergärten über 50 qm. Bei der Erstellung des Energieausweises werden sie als „Anbau“ angegeben. Die in der EnEV vorgeschriebenen U-Werte beziehen sich immer auf die gesamte Konstruktion, d. h. Wintergartenverglasung, Profilkonstruktion und Randverbund. Zum Standard gehören mittlerweile Isolierverglasungen mit U-Werten von 1,1 W/m²K.

Wintergärten kleiner als 50 qm

Bei einer Fläche kleiner 50 qm greifen die Anforderungen an den Wärmedämmwert der einzelnen Bauteile, beispielsweise des Glasdachs, der Bodenplatte oder der transparenten Seitenwände. Hier spricht man auch vom sogenannten U-Wert. Maximal zulässige U-Werte sind:

  • Glasdach: 2,0 W/m²K
  • Wände & Bodenplatte: 0,30 W/m²K
  • lichtdurchlässige Seitenwände: 1,5 W/m²K
  • kompakte Außenwände: 0,24 W/m²K

Wohnwintergärten über 50 qm

Bei großen Wintergärten entscheidet die Gesamtenergieeffizienz, d. h. die in der EnEV vorgeschriebenen Maximalwerte für den Jahres-Primärenergieverbrauch und die energetische Qualität der Gebäudehülle dürfen nicht überstiegen werden.

Sommerlicher Wärmeschutz laut EnEV

Die Energieeinsparverordnung regelt nicht nur den Schutz vor Wärmeverlust, sondern verlangt bei Gebäuden ab einer Beheizung von 19° C auch den Nachweis eines ausreichenden Wärmeschutzes im Sommer. Bei Fensterflächen über 25% sind ab 2014 deutlich wirkungsvollere Sonnenschutzmaßnahmen erforderlich als zuvor. Die Verwendung eines hocheffizienten Sonnenschutzglases oder eine außenanliegende Wintergartenbeschattung sind daher bereits bei der Wintergartenplanung zu berücksichtigen, um spätere EnEV Abmahnungen zu verhindern. Ebenso ist eine ausreichende Wintergartenlüftung zu empfehlen.

Tipp für die Wintergartenverglasung

Auch bei Wintergärten, die nicht der EnEV unterliegen, sollte im eigenen Interesse nicht an der Verglasung gespart werden. Gerade bei einem nicht oder schwach beheizten Wintergarten, ist auf jeden Fall eine Isolierverglasung sinnvoll. Diese erhöht die Wärmedämmung, schützt vor Kondensationswasserbildung und verbessert die Energiebilanz.

Verschärfungen in EnEV 2016

Ab dem 01. Januar 2016 gilt die Energieeinsparverordnung 2016, welche die Energie-Standards für Neubauten, also auch für neue Wintergärten, deutlich erhöht. Im Vergleich zu EnEV 2014 sinkt der maximal erlaubte Jahres-Primärenergiebedarf um 25%, der höchstzulässige, mittlere Wärmeverlust verringert sich um rund 20%.

Ihr Wintergarten entspricht nicht den EnEV Anforderungen?

Die U-Werte Ihrer Wintergartenverglasung erfüllen nicht die Anforderungen der Energieeinsparverordnung? Ihre Wintergartenbeschattung ist nicht ausreichend oder Sie wissen nicht, ob Ihre Wintergartenheizung den EnEV-Vorgaben entspricht? Kontaktieren Sie uns doch einfach: anfrage@scarabaeus-wintergarten.de. Gerne helfen wir Ihnen weiter.

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